Was bedeuten die Zahlen auf dem Monitor im Krankenhaus?
Ein Überwachungsmonitor zeigt fünf oder sechs Messwerte auf einem Bildschirm, jeden in seiner eigenen Farbe. Hier steht, wofür jede Zahl steht, welcher Bereich bei einem Erwachsenen in Ruhe zu erwarten ist und warum sie manchmal danebenliegt.
Am Monitor gezeigt
Jede Zahl einzeln eingeschaltet, mit ihrem Normalbereich.
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Der Bildschirm oben ist ein simulierter Monitor, aber der Aufbau ist der, den man auf den meisten Stationen und in den meisten Rettungswagen sieht: links die Kurven, rechts die Zahl zu jeder Kurve und unten der Blutdruck aus der Manschette. Viele Monitore, auch dieser, geben jedem Parameter eine eigene Farbe für Kurve und Zahl. Die genauen Farben unterscheiden sich je nach Hersteller, also am besten am eigenen Gerät lernen.
HF: Herzfrequenz
Schläge pro Minute, gezählt aus dem EKG. Bei Erwachsenen in Ruhe liegt sie meist zwischen 60 und 100. Die Zahl ist nur so gut wie das EKG-Signal dahinter. Lose Elektroden, Zittern oder ein Patient beim Zähneputzen können dazu führen, dass der Monitor Störungen als Herzschläge zählt. Viele Monitore zählen den Puls zusätzlich über den Fingersensor. Weichen beide voneinander ab, etwa bei Vorhofflimmern, wo manche Schläge zu schwach sind, um im Finger anzukommen, ist schon dieser Unterschied ein Befund.
SpO2: Sauerstoffsättigung
Der Anteil des Hämoglobins im arteriellen Blut, der Sauerstoff trägt, gemessen mit Licht durch Finger oder Ohrläppchen. Gesunde Erwachsene liegen meist bei 95 bis 100 Prozent. Manche Patienten mit chronischer Lungenerkrankung werden auf ärztliche Anordnung bewusst niedriger gehalten, oft bei 88 bis 92 Prozent. Bevor man der Zahl traut, lohnt der Blick auf die Pleth-Kurve daneben. Eine saubere, regelmäßige Pulswelle heißt, dass der Sensor echten Blutfluss sieht. Ist sie flach oder zerfranst, stecken meist kalte Hände, schlechte Durchblutung oder ein verrutschter Sensor dahinter, und dann sagt die Zahl wenig. Mehr dazu auf der SpO2-Seite.
ABP: die arterielle Messung
Nur vorhanden, wenn der Patient einen arteriellen Katheter hat, meist am Handgelenk. Angezeigt werden systolischer und diastolischer Druck in mmHg, Schlag für Schlag, und in Klammern der mittlere arterielle Druck (MAD, englisch MAP). Etwa 120/80 ist ein typischer Ruhewert. Auf Intensivstationen wird bei kritisch Kranken oft ein MAD von mindestens etwa 65 angestrebt, weil darunter die Organdurchblutung leidet. Auch die Kurve zählt: eine kleine Kerbe im absteigenden Teil, die Inzisur, spricht für eine verlässliche Messung.
NBP: der Manschettendruck
Nicht-invasiver Blutdruck aus einer Manschette, die sich aufbläst (oft NIBP genannt). Anders als die arterielle Messung läuft er nicht kontinuierlich. Es ist eine einzelne Messung, ausgelöst per Knopfdruck oder durch das automatische Intervall, und sie bleibt bis zur nächsten stehen. Deshalb immer schauen, wie alt der Wert ist. Ein Druck von vor einer halben Stunde sagt wenig über den Patienten, der jetzt vor einem liegt. Warum Manschette und Arterie voneinander abweichen können, steht in NIBP oder IBP.
AF: Atemfrequenz
Atemzüge pro Minute, bei Erwachsenen in Ruhe typischerweise 12 bis 20. Der Monitor misst sie entweder über winzige Änderungen des elektrischen Widerstands im Brustkorb, über die EKG-Kabel, oder über die CO2-Kurve. Die Brustkorb-Methode lässt sich von Bewegung und Sprechen leicht täuschen. Wirkt die Zahl seltsam, einfach 30 Sekunden lang selbst zählen.
EtCO2: Kohlendioxid am Ende jedes Atemzugs
Der CO2-Wert ganz am Ende jeder Ausatmung, je nach Land in mmHg oder kPa. Normal sind etwa 35 bis 45 mmHg. Er spiegelt die Atmung, aber auch den Kreislauf, denn das CO2 muss erst zur Lunge transportiert werden, bevor es abgeatmet werden kann. Darum wird ein plötzlicher Abfall ernst genommen, und ein deutlicher Anstieg während der Reanimation kann das erste Zeichen sein, dass das Herz wieder schlägt. Die Form der Kurve verrät so viel wie die Zahl, siehe die Kapnografie-Seite.
Die drei Zahlen, die die meisten meinen
Fragen Angehörige nach "den drei Zahlen", meinen sie meist Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Blutdruck. Diese werden bei fast jedem Patienten überwacht. Atemfrequenz und EtCO2 kommen dazu, wenn die Atmung Sorgen macht, und die arterielle Messung gehört vor allem auf die Intensivstation und in den OP.
Warum eine Zahl falsch sein kann
- Ein Sensor ist verrutscht oder hat keinen Kontakt mehr: EKG-Elektrode, Fingersensor oder Manschette.
- Der Patient bewegt sich, zittert oder spricht.
- Kalte Hände oder schlechte Durchblutung, die die SpO2 unzuverlässig machen.
- Ein alter Messwert, was bei der Manschette oft vorkommt.
- Ein unregelmäßiger Rhythmus, der sowohl die Frequenzzählung als auch die Manschette durcheinanderbringen kann.
Ein Alarm ist keine Diagnose. Das Personal schaut zuerst auf den Patienten, dann auf die Kurve und erst danach auf die Zahl. Wer bei einem Angehörigen sitzt und es piept, fragt am besten die Pflegekraft.
Lesen lernen
Die Zahlen prägen sich am schnellsten ein, wenn man sie sich verändern sieht. Mit einem kostenlosen Simulator wie diesem stellt die Lehrkraft die Werte am Handy ein, und der Monitor auf dem Tablet folgt. So sehen Lernende, wie die Sättigung fällt, die Pleth-Kurve flach wird oder das EtCO2 absinkt, und sagen, was sie vermuten. Wie man den ganzen Bildschirm Schritt für Schritt liest, steht in Patientenmonitor richtig lesen.
Häufige Fragen
Welche 3 Zahlen stehen auf dem Monitor im Krankenhaus?
Meist Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung (SpO2) und Blutdruck. Viele Monitore zeigen außerdem die Atemfrequenz, auf der Intensivstation oft auch einen arteriellen Druck mit MAD und einen EtCO2-Wert.
Was ist eine normale Herzfrequenz auf dem Monitor?
Bei Erwachsenen in Ruhe etwa 60 bis 100 Schläge pro Minute. Trainierte Menschen liegen oft darunter, Fieber, Schmerzen oder Blutverlust treiben sie nach oben.
Was ist die Zahl in Klammern unter dem Blutdruck?
Der mittlere arterielle Druck (MAD), ein Durchschnittsdruck über den ganzen Herzschlag. Auf Intensivstationen wird oft ein Wert über etwa 65 mmHg angestrebt.
Ist der Monitor auf dem Bild ein echtes Medizinprodukt?
Nein. Es ist ein kostenloser Trainingssimulator. Die Werte stellt eine Lehrkraft ein, sie haben nichts mit einem echten Patienten zu tun.
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